Auf den Spuren der deutsch-polnischen Geschichte: Schüler besuchen die Gedenkstätte Groß Rosen

Um die Kultur und Mentalität unserer Nachbarn zu verstehen, muss man sich mit der gemeinsamen Geschichte befassen, auch wenn diese dunkle Kapitel beinhaltet.

Vom 08.-09.05.2019 setzten sich 24 Schülerinnen und Schüler der Oberschule „Korla Awgust Kocor“ aus Wittichenau im Rahmen einer Exkursion nach Kreisau und Groß Rosen mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander.

Dabei stellte der Besuch des Konzentrationslagers Groß Rosen auf dem Gebiet des heutigen Polen, 60 km südwestlich von Wrocław, einen wichtigen Zugang zu der schweren Vergangenheit. Während einer Führung erfuhren die Jugendlichen vom harten Alltag der KZ-Häftlinge, betraten die Baracken, in denen diese untergebracht waren und besichtigten den Steinbruch, in dem die Gefangenen schwersten körperlichen Tätigkeiten nachgehen mussten. Eine Ausstellung auf dem Gelände des Lagers konfrontierte die Teilnehmenden mit Zeitzeugenaussagen und Bildmaterial der wenigen Überlebenden. Im Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Groß Rosen legten die Schülerinnen und Schüler vor Ort einen Blumenkranz nieder.

Um die Eindrücke zu verarbeiten sowie persönliche Gedanken und Fragen loszuwerden, nahmen die Jugendlichen anschließend an einem speziell auf sie zugeschnittenen Workshop teil.

Die Gruppe übernachtete in der Jugendbegegnungsstätte der Stiftung Kreisau, dem ehemaligen Gut der Adelsfamilie von Moltke. Bei einer Führung durch das Gut wurde den Schülerinnen und Schülern die Geschichte der Familie von Moltke nähergebracht. Bei dem Begutachten des Familienstammbaumes erfuhren die Teilnehmenden von den liberalen Wertevorstellungen der Familie. Diese legten den Grundstein dafür, dass das Gut während des Zweiten Weltkrieges zu einem wichtigen Ort des Widerstandes gegen das nationalsozialistische Regime wurde – dem heimlichen Treffpunkt des Kreisauer Kreises.

Für alle Teilnehmenden waren die zwei Tage eine sehr bewegende Erfahrung. Der Besuch authentischer historischer Orte bietet einen intensiveren Zugang zur Vergangenheit als jedes Geschichtsbuch.